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Hindernislauf



Manchmal ist man einfach nur noch müde und frustiert. Da denkt man: "Juhu! Endlich hast du dieses oder jenes geschafft oder überstanden!" und schon wirft dir jemand anderes wieder einen Knüppel zwischen die Beine und klatscht dir neue Probleme auf den Tisch: "Hier mach mal."...

Fing ja an mit dem Vorsatz: "Dieses Jahr geh ich nicht ins Krankenhaus!" BÄM -> ab ins KH.

Oder: Endlich habe ich mit der CU und der Neuro frieden geschlossen und mich mit ihnen zusammen in meinem Leben arrangiert.. -> BÄM "Hier haste nun auch eine Endo... viel Spaß damit!"

Da ich weder Vollzeit noch Teilzeit in einem Betrieb und den gegebenen Umständen arbeiten kann und mir somit den (zeitlich-örtlich) flexiblen, selbstständigen Arbeitsplatz als Kleingewerbe schaffen musste, sagt man mir ich könne doch meine BU beantragen - auf welche ich seit meinem 17. !!!!! Lebensjahr MONATLICH einzahle.

Etwas von anderen "anzunehmen" fiel mir nie leicht und, wenn es doch nötig war oder gern gegeben wurde, dann hatte ich dennoch immer eine Art Scham davor und nahm es mit Vorbehalt dankend an. Doch vom mir aus selbst zu jemandem (z.B. einer Versicherung) zu gehen und etwas zu beantragen, das musste ich mich erst überwinden. Ebenso habe ich nie etwas vom Arbeitsamt angenommen oder beantragt. In meinen noch schlimmeren CU - Zeiten hätte ich auch eine Geltendmachung zur "schweren Behinderung" beantragen können, um mögliche Förderungen zu erhalten. Auch das habe ich aus Scham nie angenommen oder für mich beantragt.... Im Nachinein - hät ich mal...


Nun vollführt die Versicherung einen Eiertanz (ich soll weiter einzahlen, aber nutzen darf ich die Versicherung natürlich nie... oder evtl. nur wenn ich irgendwo querschnittgelähmt in der Ecke rumliege...).

Das erste Mal wurde gleich mal abgelehnt.. man würde zwar nicht abstreiten, das ich gesundheitliche Beschwerden hätte aber seit dem Eintreten der Cu 2011 habe man "keine Verschlechterung" der Krankheit erkennen können!! Das stelle man sich einmal vor! Und das trotz kompl. Befundberichte (welche die Verschlechterung bereits aufweisen) und einem Gutachten meines Gastros, dass ich so NICHt mehr in meinem ehemaligen Beruf tätig sein kann UND der Tatsache, dass ich 2011 Vollzeit arbeiten UND alles mögliche noch Essen konnte ohne ständig (auch nachts) das Bad aufsuchen zu müssen, ganz zu schweigen von der Stuhlinkontinenz usw.

"Das würden Versicherungen" immer so machen - erstmal ablehnen.... Ja toll, gratuliere und *Kekse in deren Abteilung verteile*.



Also erstmal Widerspruch einlegen...


Und die OP überstehen. Gemacht, getan und nun sitz ich hier mit geschwollenen Beinen und erhalte den weiteren Brief.


Man Wünsche nun den KH-Bericht UND sie hätten gelesen, das eine Infliximab-Therapie (Immunsupressiva) "vorgenommen werden sollte" hierzu hätten sie gerne alle Befundberichte und den Therapieplan.


Hallo?! Ich hatte ihnen ganz ausführlich im einem detaillierten (denn den wollten sie unbedingt), tabellarischen Krankheitsverlauf (2020/21) 2 x !!!! beschrieben, dass die VORBEREITUNG (bzw. der TERMIN dafür) ABGESAGT wurde. 1. weil die Praxis wegen einem Coronafall für eine Weile schließen musste und sie sich melden würden, wenn sie einen neuen Termin hätten (was sie nicht getan haben) und 2. weil ich dann nun eine OP habe und man da ganz gewiss nicht zusätzlich eine Immunsuppressivatherapie anfängt...

Somit fand es erst gar nicht statt ( WAS MAN DOCH LESEN KONNTE) und folglich gibt es natürlich KEINE Befundberichte und Therapiepläne... *rolleeyes*


Also wirklich. Manchmal kommt es einem so vor, als würden sie einen für blöd verkaufen.


Doch da hört der Spaß ja nicht auf!


Da meine Gyn noch keine Unterlagen erhalten hatte, habe ich den Entlassungsbericht vom KH gelesen, dieser war bereits fertig getippt BEVOR sie die Schlussvisite gemacht haben und haben mir diesen dabei überreicht. Und darin steht doch tatsächlich:

"...und postoperative Verlauf gestaltete sich komplikationslos. Die Patientin wurd BESCHWERDEFREI ...entlassen"


BESCHWERDEFREI!!!!! Ja, rutsch mir doch den Buckel runter...


Keinerlei Erwähung von der 1. Nacht in der ich ihnen umgekippt bin, keine Erwähnung der massiven Muskelschmerzen in den Beinen ab dem 2. Tag und der Verschlimmerung der CU, weil sie mir Antibiotika gegeben haben! NICHTS!!!


Jetzt verklicker einmal der "eh schon leseresistenten" Versicherung, das in dem Fall "beschwerdefrei" nicht heisst, das ich wie jeder Normalo "bummberlgsund" (kerngesund) bin... Die würden sicher noch denken, die OP hätte somit auch meine chronische Immunerkrankungen geheilt. *augenroll*


Als ich dann heute im KH angerufen habe und ihnen das geschildert habe, bekam ich nur solche Antworten:


"Ach, da fällt der ein oder andere schonmal um nach der Narkose...", der Hinweis mit den Beinschmerzen wurde einfach übergangen und "Ja, sie haben Antibiotika bei der OP erhalten, aber das bisschen macht doch sicher nichts aus und nein, das haben wir nicht auf ihrem Medikamentenplan vermerkt.. ist ja Standart..."


Ich erwiderte dann das "ein bisschen Antibiotika" da sicher kein STANDART ist, wenn man das einem Patienten mit chronischer Darmkrankheit verabreicht und ich jetzt mit den dicken Beinen Probleme habe, welche erst seit der OP in Verbindung auftraten... Doch da winkte sie einfach ab und da müsse sich nun der Hausarzt drum kümmern oder die Gyn bei der Nachbehandlung! STELLE MAN SICH SOWAS MAL VOR!


Jetzt muss ich den Hausarzt und Gyn- Termin abwarten und hoffen, dass die mir irgendwie ein Gutachten darüber schreiben, das es bei mir eben nicht einfach nur STANDART und BESCHWERDEFREI ist... *ohne Worte*


Damit ich das widerum der Versicherung weitergeben kann, weil die ja nicht von selbst mitdenken und sicher auch das wieder falsch "lesen/verstehen" würden.


Warum kann nicht jeder einfach seine Arbeit ordentlich erledigen, so das man niemandem damit einen Strick dreht und alles fein säuberlich aufschreibt/dokumentiert und somit lesen kann?


Na mal sehen was die Tage noch so kommt.


Liebe aber *frustrierte* Grüße